16.01.2019

Mirjam Pressler zum Gedenken

Am Mittwoch, 16. Januar 2019 ist die Übersetzerin, Kinder- und Jugendbuchautorin Mirjam Pressler im Alter von 78 Jahren verstorben. Mirjam Pressler hat für den Anne Frank Fonds Basel die Tagebücher von Anne Frank in den 1980er Jahren aus dem niederländischen neu übersetzt und ediert. Diese Neuübersetzung bildete in der Folge die Grundlage für die Lesebuchausgabe, die seit 1991 herausgegeben wird. Sie ist auch Vorlage für sämtliche internationalen Ausgaben. Bei dieser Edition der Tagebücher von Anne Frank orientierte sich Mirjam Pressler an den Familienarchiven und dem Vermächtnis von Anne Franks Vater, Otto Frank, der die erste Ausgabe verantwortete. Später hat sie neben mehreren anderen Werken zu Leben und Werk von Anne Frank die Gesamtausgabe und ein Buch zur Familiengeschichte geschrieben und betreut.

Mirjam Pressler wurde 1940 in Darmstadt geboren. Sie besuchte die Hochschule für Bildende Künste in Frankfurt am Main und lebte in den vergangenen Jahren als Übersetzerin und Schriftstellerin in der Nähe von München. Sie hat neben einer Biographie Anne Franks ("Ich sehne mich so." Die Lebensgeschichte der Anne Frank, Beltz 1998) auch die Geschichte von Anne Franks Familie verfasst („Grüße und Küsse an alle“. Die Geschichte der Familie von Anne Frank, S. Fischer 2009).

Pressler hat rund 500 Bücher aus dem Hebräischen, Holländischen und aus anderen Sprachen übersetzt und sie ist Autorin von über 40 Kinder- und Jugendbüchern. Pressler ist mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet worden, u.a. mit dem Deutschen Jugendliteraturpreis, der Carl-Zuckmayer-Medaille für Verdienste um die deutsche Sprache, dem Deutschen Bücherpreis (Kinderbuch), dem Deutschen Bücherpreis für ihr literarisches Lebenswerk, dem Sonderpreis zum Deutschen Jugendliteraturpreis für Ihr Gesamtwerk, dem Preis der Leipziger Buchmesse, dem Internationalen Literaturpreis in der Kategorie Übersetzung sowie mit dem Bayerischen Verdienstorden und dem Großen Bundesverdienstkreuz des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland für ihren „herausragenden Einsatz für die Völkerverständigung insbesondere zwischen Israel und Deutschland und die Erinnerung an das nationalsozialistische Unrecht“.

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